Gantenbein
 
Ein fotografisches Rollenspiel -
auf der Suche nach dem fotografischen "Ich".
 
 
Scharf, schärfer, am schärfsten - langweilig.
Eine Frage der verwendeten Technik.
 
Perfekte Komposition unter
Beachtung der Regeln fotografischer Bildgestaltung -
langweilig, akademisch, blutleer.
 
Wann gibt es den vollautomatischen elektronischen Motivfinder
mit eingebauter Regelwarnung?
 
Wie nehmen wir unsere Umwelt wahr?
Wie entsteht unser Bild im Kopf?
 
Es sind Emotionen, Impressionen, Einzelbilder und
auch "Verstörungen", die im Kopf zur Wahrnehmung werden.
 
Nicht der Fotograf erzeugt das Bild,
der Betrachter erschafft sein ureigenes subjektives Bild.
Der Fotograf bietet an, regt an, inszeniert, manipuliert.
Das Bild als Symbiose aus Fotograf und Betrachter.
 
Mehrere Einflüsse haben mich bewogen,
das Gantenbein-Projekt zu starten.
 
Durch einen Bekannten lernte ich impressionistische Werke
von Hans Hausfeld kennen.
Ich stellte mir die Frage:
"Was kann die Fotografie von der impressionistischen Malerei lernen
und übernehmen, ohne in den Piktorialismus zurückzufallen?"
 
Regeln sind dazu da, benutzt und gebrochen zu werden -
im Sinne der Stimmung und Aktivierung.
 
Den zweiten Anstoß lieferten die Polaroid-Collagen von David Hockney.
Ich fragte mich:
"Wie sehe ich? Wie entstehen die Bilder in meinem Gedächtnis?"
Ich nehme viele Einzelbilder meiner Umwelt auf und setze sie
nach meinen Bedürfnissen im Kopf zusammen.
 
So entstand die Idee, die Möglichkeiten der Collagen zu erkunden.
 
Es eröffnete sich mir eine vielfältige und spannende Bilderwelt,
die noch längst nicht ausgelotet ist.
 
Das Gantenbein-Projekt war geboren.